27.02.2019

Von: Arnold Bernhardt

Grüne schlagen „Bienengartenmesse“ vor

In der Schwalbacher Feldgemarkung sollen nach einstimmigem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung aus dem letzten Jahr auf stadteigenen Grundstücken weitere „Insektenwiesen“ angelegt werden. Dies soll dem dramatischen Verlust an biologischer Vielfalt entgegenwirken, der vor allem hervorgerufen wird durch Intensivlandwirtschaft, durch den Einsatz von Pestiziden und Totalherbiziden wie Glyphosat. Der Parlamentsbeschluss war gut und richtig.

Bisher noch nicht ausreichend im Blick ist dabei aber die Tatsache, dass gerade auch im innerstädtischen Bereich dem Verlust an biologischer Vielfalt begegnet werden kann. Hier gibt es Kleingärten, Zierbeete, Hecken, Pflanzkübel, Balkonkästen, Wege- und Straßenränder. Hier können die Stadt, aber auch Gartenbesitzer und Balkongärtner deutlich mehr dafür tun, dass der Artenreichtum an Insekten, an Wildbienen und Hummeln, erhalten bleibt. Die neu angelegte Hecke um den städtischen Parkplatz an der Pfingstbrunnenstraße und manche biologisch tote Vorgärten sind Beispiele dafür, wie man es nicht machen soll, aber ebenso gibt es lebendige Biotope in der Stadt und davon sollte es mehr geben.

Woran es fehlt, ist eine eindeutige Zielsetzung für die Bewirtschaftung der städtischen Grün- und Blühflächen und ein verbessertes Informationsangebot gerade auch für die privaten Gartenbesitzer und Balkongärtner. Längst nicht alles, was blüht, ist auch im ökologischen Sinne wertvoll. Gefüllte Blüten etwa, wie bei manchen Arten von Rosen- oder Chrysanthemen bieten schon keine Nahrung mehr für Bienen und Thuja- oder Kirschlorbeerhecken sind von vornherein ungeeignet.

Ein Parlamentsantrag der Grünen sieht nun vor, dass innerstädtische Garten- und Grünflächen möglichst über die gesamte Vegetationsperiode ein vielfältiges Nahrungsangebot für Wildbienen und andere Insektenarten bieten sollen. Der Main-Taunus-Kreis bietet hierzu die Überplanung von öffentlichen Grünflächen und die Kostenübernahme der Bepflanzung an. Außerdem soll jährlich zu Beginn der Pflanzperiode auf eine bienenfreundliche Bepflanzung privater Gärten und Blumenkästen hingewirkt werden. Dazu soll es in Zusammenarbeit mit privaten Anbietern entsprechende Verkaufsaktivitäten geben, etwa am Wochenmarkt oder bei einer „Bienengartenmesse“. Alles Bausteine für die Erhaltung eines naturnahen Lebensumfeldes und dringender denn je.

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